Wer über das Mittelalter redet, kommt nicht daran vorbei, die einmaligen Burgen zu erwähnen, die in dieser Zeit in ganz Europa gebaut wurden. Sie sind bis heute Zeugnisse der verbesserten Baukunst des Mittelalters und führen uns gleichzeitig vor Augen, dass große Befestigungsanlagen damals eine absolute Notwendigkeit waren.

Was ist eine mittelalterliche Burg und wofür wurde sie gebraucht?

Eine Burg im Mittelalter war eine aus Stein gebaute Befestigungsanlage, deren Aufgabe in aller erster Linie darin bestand, das Lehnswesen auszuüben und zu sichern. Die Burg selbst konnte dabei viele verschiedene konkrete Aufgaben haben. So gab es Flieh-, Zoll-, Trutz- und Lehensburgen und einige andere Arten von Burgen. Die Burgenart, die viele Menschen bis heute am meisten fasziniert, ist die Hofburg, die neben Befestigungs- und Herrschaftsaufgaben auch die Möglichkeit bot “Hof zu halten”. Diese Burgen waren aus mehreren Gründen die größten und auch am besten ausgestattet: Ihre Größe, sowie oft auch ihre Pracht hatte zuerst den Hintergrund, dass ein Landesherr, der auf ihr Hof halten wollte natürlich eine repräsentative Burg wünschte. Auf der anderen Seite musste er zur Hofhaltung Truppen und Dienstleute bereithalten, und seine Lehensnehmer unterbringen. Dies war nur in sehr großen Burgen möglich.

Das Leben auf einer mittelalterlichen Burg

Wer hat nicht schon davon geträumt, als reiche Prinzessin oder junger Edelmann im Turmzimmer einer mittelalterlichen Burg zu sitzen, sich den ganzen Tag bedienen zu lassen und ab und zu bei einem Ausritt vom Burgleben zu entspannen? Märchen, Geschichten und Filme haben uns leider ein völlig falsches Bild vom mittelalterlichen Burgleben nahegebracht. Natürlich waren die Burgen auch von ihrem Herrscher mit seiner Familie bewohnt, die meisten mittelalterlichen Burgbewohner waren allerdings hart arbeitende Menschen, die wegen der beengten Verhältnisse auf einer Burg nicht viel zu lachen hatten. Eine Burg war immer auch eine Militärgarnison, ein Handelsplatz und musste sich meistens selbst versorgen. Winzer, Bauern und Verwaltungsleute saßen wie alle Burgbewohner, wegen der oft besonderen Lage der Burg, in den Wintermonaten fast immer auf ihrer Burg fest. Krankheiten, Langeweile, Mangelernährung und harte Arbeit bestimmten das Leben der Burgbewohner und das Burgleben war damit alles andere als einfach.